Künstliche Intelligenz im Recruiting – wo bleibt hier der Faktor Mensch?

By | Aktuelles Thema, IT-Recruiting

Ein Leben ohne Technologie ist heute nicht mehr vorstellbar. Unser privates Umfeld, unser Arbeitsplatz, unsere Freizeit, selbst unser Liebesleben ist von verschiedensten technischen Tools geprägt. Sie kontrollieren alles und sind gleichzeitig ein wichtiger und unverzichtbarer Teil unseres Lebens geworden. Diesen Gegebenheiten können sich Unternehmen nicht mehr entziehen. Besonders die Analyse von Nutzer-Daten ist von unschätzbarem Wert und bringt viele Vorteile mit sich. Prozesse können beschleunigt, transformiert und verbessert werden. Dies ist auch notwendig, denn Branchen verändern sich rasend schnell!

Umwelten sind im ständigen Wandel und neue Berufe, die es vor 10 Jahren noch nicht gab, sind heutzutage essenzielle Schlüsselpositionen, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden können. Dementsprechend nehmen IT-Positionen eine immer größere Rolle im heutigen Konkurrenzkampf ein. Es gibt fast kein Geschäftsfeld mehr, welches der Expertise von IT-lern den Rücken zuwenden kann – denn ein Unternehmen kann nur dann überleben, wenn es sich an seine heutzutage von dem technologischen Faktor maßgeblich geprägte Umwelt anpasst.

Wir bei Iventa IT-Recruiting haben uns genau auf diese Positionen spezialisiert. Wir suchen und finden IT-Spezialistinnen und -Spezialisten, die es den Unternehmen unserer Kundinnen und Kunden ermöglichen, sich an die permanenten, technologischen Veränderungen anzupassen und den langfristigen Erfolg zu sichern. Doch der ständige Wandel wirkt sich auch auf unsere tägliche Arbeit im IT-Recruiting aus – der Begriff der „Künstlichen Intelligenz“ rückt immer näher. Denn Teile unserer Arbeit bestehen aus sich wiederholenden Aufgaben, während viel Zeit und Energie in die Suche und Analyse von BewerberInnen-Profilen fließt. Hier hakt die künstliche Intelligenz (KI; Englisch: Artificial Intelligence, AI) folgendermaßen ein:

  • Automatisierung von Stellenausschreibungen: Grundlage bilden hier Daten aus vergangenen Stellenanzeigen, die für die jeweilige Position relevant sind. Das KI-System kann auf Basis der ihr bekannten Daten eine Stellenausschreibung verfassen.
  • Active Sourcing: Ein Chatbot formuliert automatisiert die richtige Ansprache, um das Interesse bei BewerberInnen zu wecken. Dieser Text ist individuell, geht auf die potenziellen BewerberInnen ein und daher kein standardisierter Text.
  • Auslese der Lebensläufe: Dies geschieht mithilfe von Algorithmen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Dies erspart enorm viel Zeit beim Vorselektieren. Die Recruiterin bzw. der Recruiter erhält eine kurze Liste mit passenden Kandidatinnen und Kandidaten, die ihr bzw. ihm die KI für ein persönliches Kennenlernen vorschlägt

Auch unsere PartnerInnen bedienen sich bereits solcher Technologien, wie beispielsweise die Verwendung von auf Videointerviews basierenden Tools, um den Auswahlprozess mit einer zusätzlichen Komponente unterstützen zu können. Diese Technologie kann sogar die technischen Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale der BewerberInnen bewerten. Dem Feedback der InteressentInnen zufolge fühlen sie sich in einem Interview dieser Art jedoch nicht besonders wohl, da der/die BewerberIn hauptsächlich Informationen über sich selbst preisgibt, aber im Gegenzug nur wenig über die Position oder das jeweilige Unternehmen erfährt. Das Gespräch verläuft somit einseitig und birgt das Risiko einer negativen Candidate Experience, die für den/die BewerberIn unzufriedenstellend ist und das Image des Unternehmens in ein schlechtes Licht rücken könnte.

Wir sind der Meinung, dass eine KI in manchen Bereichen unterstützend wirkt und zu mehr Effizienz führen kann. Wie beispielsweise wenn es darum geht, KandidatInnen anhand der vom/von der potenziellen ArbeitgeberIn festgelegten Kriterien und der verfügbaren Daten „kalt“ zu sortieren. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die KI alle Kompetenzen des/der Recruiters/Recruiterin vollständig ersetzen kann und wird. Denn der Faktor Mensch ist bei der Auswahl von KandidatInnen von entscheidender Bedeutung.

Für uns, als leidenschaftliche RecruiterInnen, ist es besonders wichtig, unsere Klientinnen und Klienten persönlich zu treffen und vor jeder Kundenpräsentation ein individuelles Gespräch mit der jeweiligen Person zu führen. In diesem Gespräch geben wir umfassende Informationen über das potenzielle Unternehmen und die jeweilige Position weiter und erhalten einen tiefen Einblick davon, nach was der/die BewerberIn sucht, die Karrierepläne, Motivatoren und Ziele. Die menschliche Note wird auch in Zukunft ein essenzieller Bestandteil des Rekrutierungsprozesses sein. Die KI kann eher als fortschrittliche, arbeitssparende Hilfe betrachtet werden, als ein zukünftiger Ersatz aller menschlichen RecruiterInnen.


 

Sind auch Sie auf der Suche nach einer IT-Kraft für Ihr Unternehmen? Das Iventa IT-Recruiting-Team steht Ihnen für eine internationale Suche nach Ihrer passenden Kandidatin / Ihrem passenden Kandidaten zur Seite.

in Kontakt tretenin Kontakt treten

Weitere Themen von Iventa IT-Recruiting, die Sie interessieren könnten:

Home-Office und Remote Work – erfolgreich umsetzen oder besser lassen?

5 Tipps für erfolgreiche Video-Interviews!

Agiles IT-Recruiting bei Iventa

Etwas mehr Gefühl bitte – Lernen in „ErfahrungsRäumen“

By | Aktuelles Thema, EntwicklungHoch3

Change und Globalisierung, VUCA und agile Organisationen, Digitalisierung und AI oder Generationenwechsel und Unternehmenskultur – diese Begriffe sind nicht einfach nur Buzzwords. Es sind gravierende Veränderungen in unserer Lebens- und Arbeitswelt, die uns vor erhebliche Herausforderungen stellen. Eingeübte Denk- und Handlungsmuster, die bisher erfolgreich waren, müssen durch neue, teils konträre Denk- und sogar Lebenskonzepte ersetzt werden, um weiterhin erfolgreich bestehen zu können. Von Seiten der Personalentwicklung bedeutet dies ein radikales Umdenken und neues Ansetzen, um Menschen bestmöglich zu unterstützen, neue (Denk-)Wege zu gehen.

Bei einem Streifzug durch die neuere Literatur aus Psychologie, Neurobiologie, und Lernforschung[1] stößt man immer wieder auf einen zentralen Aspekt, wenn es um das „Lernen und die persönliche Entwicklung“ geht, nämlich auf Emotionen!

Vielleicht ist es sogar das in der Erziehung, Bildung und „Personalentwicklung“ am meisten unterschätzte Wort. Denn ohne Gefühle kann der Mensch nicht wahrnehmen, nicht handeln, sich nicht verhalten, geschweige denn lernen oder sich weiterentwickeln.

Ein überwiegender Teil unseres Denkens hängt demnach nicht von Logik, sondern von Wahrnehmungen und Erfahrungen ab, die für uns bedeutsam waren und die wir als soziale Wesen im Kontext zwischenmenschlicher Beziehungen gemacht haben. Die Logik wiederum hängt von Grundannahmen ab, die nicht durch erworbenes Wissen und Informationen gebildet wurden, sondern durch unsere Erlebnisse und Erfahrungen. Aus diesen Erfahrungen entwickeln wir letztendlich unsere Haltung – wie wir uns, unsere Umwelt und Beziehungen erleben, bewerten und auf sie reagieren. Die Bedeutung der Emotionen in diesem Prozess liegt darin, dass durch sie erst die erforderlichen Botenstoffe ausgeschüttet werden, die es dem Hirn ermöglichen, neue Verknüpfungen zu schaffen.

Ausgehend von dieser Herausforderung und aufbauend auf diesen Erkenntnissen, haben wir das Konzept des „ErfahrungsRaumes“ entwickelt – eine Lernumgebung (ein „Erfahrungs-Zeit–Raum“), die die Menschen:

  • einlädt, inspiriert und ermutigt,
  • eine andere, neue, vielleicht günstigere Erfahrung machen zu wollen,
  • die für sie bedeutsam ist (unter die Haut geht),
  • die Möglichkeit gibt, diese individuell und gemeinschaftlich zu reflektieren
  • und dadurch eine neue Haltung einzunehmen,
  • um neue Handlungsmuster (Verhalten) im Alltag nachhaltig zu etablieren bzw. Bestehendes zu hinterfragen.

Eine Abgrenzung zu klassischen Konzepten des erfahrungsbasierten Lernens besteht in der bewussten Einbeziehung der emotionalen Dimension.

Die Architektur und das detaillierte Design eines „Erfahrungs-Zeit-Raumes“ erfolgt daher entlang folgender Überlegungen:

  • Festlegen der theoretischen (wissenschaftlichen) Basis bzw. der entsprechenden Modelle, die man dem zu „erfahrenden“ Thema zugrunde legt (z. B. dem Thema „Führen in Change-Prozessen“ –> Tal der Tränen – die Phasen der emotionalen Entwicklung)
  • Entwicklung eines narrativen Rahmens in Form von Metaphern bzw. einer Geschichte, in der dieser theoretische Rahmen eingebettet wird und den lebensnahen emotionalen Kontext widerspiegelt (Tal der Tränen –> Metapher einer Reise)
  • Welche räumliche Umgebung unterstützt am besten die sensorische Erfahrung und damit das emotionale Erleben der Teilnehmenden (Metapher der Reise –> Erleben in einem Zug)
  • Geschichte, Raum und Zeit sollen die Teilnehmenden
    • inspirieren, einladen sowie eine intensive, neue, tiefgehende Erfahrung ermöglichen und gleichzeitig den Freiraum geben, Intensität und Tiefe persönlich festzulegen
    • die Möglichkeit bieten, bestehende Haltungen und Modelle zu erkennen und zu hinterfragen.

Wesentlicher Teil des Konzeptes ist die Gestaltung des anschließenden, individuellen und gemeinschaftlichen Reflexionsprozesses. Denn erst diese bewusste, intensive und vor allem auch gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit alten sowie neuen Erfahrungen ermöglicht es, eine neue Haltung einzunehmen, um neue Handlungsmuster (Verhalten) im Alltag nachhaltig zu etablieren.

Die Erfahrungen und hier insbesondere die Feedbacks unserer TeilnehmerInnen und auch AuftraggeberInnen in den letzten 10 Jahren bestätigen die nachhaltige Wirkung der Methode „ErfahrungsRäume“.

Nähere Informationen erfahren Sie gerne bei unserem Senior Consultant Personal- und Organisationsentwicklung Volker Buchegger.

 

[1] Vgl. dazu u. a.: D. J. Siegel: „Wie wir werden die wir sind“, 2006; M. F. Bear: „Neurowissenschaften“, 2018; div. Schriften von A. Damasio; H. J. Markowitsch. G. Hüther.

© Iventa.
The Human Management Group.